Den ersten Entwurf schreibt man für sich. Den zweiten für jemand anderen. Dazwischen liegt der eigentliche Text.
Was beim Überarbeiten passiert
Beim ersten Durchgang sucht man Worte, die zur Idee passen. Beim zweiten merkt man, welche Idee man eigentlich gehabt hat. Das ist selten dasselbe.
Drei Dinge fallen mir beim Streichen regelmäßig auf:
- Adverbien sind Ausreden. Wer „eigentlich", „grundsätzlich", „im Prinzip" schreibt, traut der eigenen These nicht ganz.
- Aufzählungen kaschieren Schwäche. Wenn drei Punkte gleich wichtig sind, ist meistens keiner wichtig genug.
- Lange Absätze verstecken kurze Sätze. Die guten Sätze stehen oft am Anfang oder am Ende eines Absatzes — der Rest ist Lärm.
Wann man aufhören sollte
Nicht, wenn der Text fertig ist. Sondern wenn weitere Änderungen ihn nicht mehr besser machen, sondern nur noch anders. Diesen Punkt erkennt man daran, dass man anfängt, die Reihenfolge der Absätze zu vertauschen.
Dann lieber veröffentlichen.
